Unsere Erfolge
Unser Ansatz ist entschlossen und pragmatisch: Wir tun alles, was nötig ist, um den Hunde- und Katzenfleischhandel zu beenden. Razzien und Rettungseinsätze sind dabei wichtige Instrumente – aber nicht immer die richtige Lösung. Jedes Land ist anders: mit unterschiedlichen Gesetzen, kulturellen Gegebenheiten und einer unterschiedlich starken Einbindung der Behörden. Deshalb analysieren wir, welche Maßnahmen vor Ort am wirksamsten sind, und passen unseren Ansatz entsprechend an. Was all unsere Arbeit verbindet, ist das Ziel, nachhaltige, systemische Veränderungen zu schaffen – statt kurzfristiger Erfolge, die den Handel im Kern unangetastet lassen.
Thailand
Zwischen 2011 und 2014 hat unsere Kampagne Trade of Shame Schmuggelnetzwerke aufgedeckt, über die jedes Jahr rund 500.000 Hunde nach Vietnam gebracht wurden. Wir haben mehr als 16.000 Hunde gerettet, zu zahlreichen Festnahmen beigetragen und eine entscheidende Rolle bei der Einführung des ersten Tierschutzgesetzes Thailands gespielt. Dieses hat die rechtliche Grundlage geschaffen, den Hunde- und Katzenfleischhandel zu beenden und Tierquälerei strafrechtlich zu verfolgen.
Philippinen
Von 2022 bis 2025 haben wir gemeinsam mit der Animal Kingdom Foundation (AKF) daran gearbeitet, bestehende Gesetze gegen den illegalen Hunde- und Katzenfleischhandel konsequent durchzusetzen. In enger Zusammenarbeit mit der Nationalpolizei, lokalen Behörden, Gemeindevertretern und der Bevölkerung haben wir verdeckte Ermittlungen durchgeführt, Razzien koordiniert und Strafverfahren unterstützt. So haben wir gezeigt, dass konsequentes Vorgehen selbst dann erfolgreich ist, wenn der Handel im Untergrund stattfindet. In diesem Zeitraum haben wir dazu beigetragen, dass schätzungsweise 89.000 Hunde nicht in den illegalen Fleischhandel gelangt sind.
Heute führt die AKF diese Arbeit eigenständig fort. Gemeinsam mit ihren Partnern bei den Strafverfolgungsbehörden setzt sie erfolgreiche Rettungseinsätze um und zerschlägt weiterhin illegale Handelsnetzwerke.
Vietnam: Ein neuer Ansatz
Vietnam gehört zu den Ländern mit dem höchsten Pro-Kopf-Konsum von Hunde- und Katzenfleisch in Asien. Schätzungsweise werden dort jedes Jahr fünf Millionen Hunde und eine Million Katzen getötet. Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass rund 75 % des Handels auf Hanoi entfallen. Anders als in Thailand oder auf den Philippinen gibt es in Vietnam jedoch kein landesweites Verbot. Deshalb braucht es einen anderen Ansatz.
Im August 2025 haben wir eine wegweisende, auf drei Jahre angelegte Partnerschaft mit dem Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt der Stadt Hanoi geschlossen – die erste Zusammenarbeit dieser Art zwischen vietnamesischen Behörden und einer Tierschutzorganisation. Statt auf Bestrafung setzt dieser Ansatz auf Unterstützung: durch berufliche Neuorientierung für Beschäftigte der Branche, den Ausbau behördlicher Kapazitäten, die Einbindung junger Menschen und die Stärkung der öffentlichen Gesundheitsvorsorge.
So beenden wir den Handel
Den Handel erfassen: Über ein Jahrzehnt lang gab es keine umfassende Erhebung zum Hunde- und Katzenfleischhandel. Gemeinsam mit Regierungsvertretern haben wir Haus-zu-Haus-Befragungen bei 113 Betrieben des Hunde- und Katzenfleischhandels sowie 68 Heimtiergeschäften in allen 14 Stadtbezirken durchgeführt. So haben wir erstmals eine verlässliche Datengrundlage geschaffen, um gezielte Maßnahmen umzusetzen.
Beschäftigte beim Ausstieg unterstützen: Im Dezember 2025 haben wir Vietnams erste Konferenz zur beruflichen Neuorientierung für Händler, Zulieferer und Schlachthofbetreiber organisiert. Die Teilnehmenden erfuhren, dass der Hunde- und Katzenfleischhandel rückläufig ist, während sich neue Chancen in der Heimtierbranche und anderen Wirtschaftszweigen eröffnen. Zudem erhielten sie praktische Unterstützung zu Weiterbildungsangeboten und zur Gründung kleiner Unternehmen.
Weitere Konferenzen fanden im März und Mai 2026 statt und erweiterten die Reichweite des Programms. Bis Juli 2026 haben sich bereits 25 Betriebe für das Programm angemeldet, 13 davon haben ihre Tätigkeit bereits eingestellt.
Behörden stärken: Mehr als 90 Mitarbeitende aus Gesundheitsämtern, Veterinärstationen und Bezirksverwaltungen haben wir zu den Themen Tollwutprävention, Lebensmittelsicherheit und der Begleitung des Ausstiegs aus dem Handel geschult.
Die nächste Generation einbinden: Fast 500 Studierende haben Schulungen zu Tollwutprävention und Tierschutz erhalten und tragen dieses Wissen durch Workshops, Schulbesuche und Aufklärungskampagnen in ihre Gemeinden. Zusätzlich haben wir fünf Studierende als offizielle Jugendbotschafter gewonnen, während 32 Universitäten unterstützende Informationskampagnen über ihre E-Mail-Kanäle verbreitet haben.
- Die Öffentlichkeit sensibilisieren: Plakatwände und Poster an stark frequentierten Standorten in Hanoi haben schätzungsweise 2,5 Millionen Einwohner sowie in- und ausländische Besucher erreicht und das Bewusstsein für das Leid hinter dem Hunde- und Katzenfleischhandel gestärkt.
Bisherige Erfolge
- 181 Betriebe erfasst – die erste umfassende Datenerhebung zum Hunde- und Katzenfleischhandel seit mehr als einem Jahrzehnt.
- Über 90 Regierungsvertreter geschult zu den Themen Tollwutprävention, Lebensmittelsicherheit und dem Ausstieg aus dem Handel.
- 23 Betriebe haben sich für das Programm zur beruflichen Neuorientierung angemeldet.
- 13 Betriebe haben ihre Tätigkeit freiwillig eingestellt.
- Mehr als 500 Studierende wurden in den Bereichen öffentliche Gesundheit und Tierschutz geschult.
- Partnerschaften mit der Vietnam Central Buddhism Association (VCBA) sowie renommierten Pagoden stärken die Aufklärungsarbeit in den Gemeinden – im Einklang mit den Werten des Buddhismus.
- Berichterstattung in über 120 vietnamesischen Medien, darunter VTV3 und führende nationale Tageszeitungen, seit Juni 2025.
Warum dieser Ansatz funktioniert
Die vietnamesischen Behörden setzen sämtliche Maßnahmen gemeinsam mit uns um und verleihen dem Programm dadurch Glaubwürdigkeit und Rückhalt. Gleichzeitig erhalten Beschäftigte des Hunde- und Katzenfleischhandels konkrete Unterstützung beim beruflichen Neuanfang. So entsteht echte Akzeptanz und eine nachhaltige Veränderung.
Darüber hinaus unterstützt das Programm Vietnams nationales Ziel, die Zahl der Tollwuttoten bis 2030 auf null zu senken.
Das Pilotprojekt in den 14 Stadtbezirken dient als Modell für die Zukunft. Was sich hier bewährt, soll anschließend auf ganz Hanoi und langfristig auf ganz Vietnam übertragen werden.
Ausblick
Die Partnerschaftsvereinbarung läuft bis 2028. Mit jedem erfolgreichen beruflichen Neuanfang werden ehemalige Händler zu Vorbildern für andere und zeigen, dass ein Ausstieg möglich ist.
Unser Ziel ist nicht nur, den Hunde- und Katzenfleischhandel in den 14 Stadtbezirken zu beenden. Wir wollen beweisen, dass dieses Modell funktioniert – und die Grundlage dafür schaffen, es auf ganz Vietnam auszuweiten.
